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Im MRW-Blog findest du unsere Themen  rund um Rhetorik, Präsentation und Körpersprache zum Nachlesen.

Adios Ähm-igos! Wie man Füllwörter vermeidet.

„Ja, gut ääähm..“ - Füllwörter wie Ähm, Äh und Co. schleichen sich schnell in die Alltagssprache ein, ohne wirklich was zu bringen. Was kann man also tun, um Ähms loszuwerden?



Füllsilben. Das sind Worte, die wir in unserer Alltagssprache häufig verwenden, aber denen man aber keine große Bedeutung zuschreibt - Äh oder doch? Tatsächlich werden "ähm", "mh", "eigentlich", "sozusagen" etc. nämlich auch Verzögerungslaute genannt, weil man sie als Rednerin oder Redner oft unterbewusst nutzt, um von anderen nicht unterbrochen zu werden. Es ist ein Signal, dass noch ein Gedanke nachgelegt werden soll. Die Pause dazwischen wird dann mit dem Ähm überbrückt.


Wann nutzt man Ähms überhaupt?


Außerdem nutzt man mehr Füllwörter, wenn man nervös ist. Ihr kennt das zum Beispiel aus dem Job oder der Schule und wenn ihr was vortragen müsst. Ist man nicht ganz bei der Sache, ähmt es sich auch schnell -  wenn man telefoniert und gleichzeitig das Zimmer aufräumt. Manchmal spricht man auch einfach zu schnell und die Gedanken kommen nicht mehr ganz hinterher.


Bei Füllwörtern hat jeder seine eigenen Vorlieben - nicht nur wir Deutschen nutzen auch gern mal sowas, wie "quasi" oder "krass". Sie kommen auch in anderen Sprachen vor: In Frankreich ist es ein "euh", in China wird "nà ge" genutzt und aus dem Englischen kennt man das "like". Ähms are like..like..everywhere, you know right?


Trotzdem - keine Sorge. Aus Studien weiß man, dass 1/5 der gesprochenen Sprache aus solchen Füllwörter wie Ähm besteht. Man ist also kein Sonderling, weil man ähmt. Nur wenn es zu viel wird, fällt es überhaupt auf. Problem ist dann, dass es eure Zuhörer*Innen nerven oder von eurem eigentlichen Sprechinhalt ablenken kann. Ähms können eure Aussagen entkräften.


Aber woran kann man erkennen, ob man zu viel Ähms beim Reden nutzt?


Erste Anhaltspunkte gibt euch euer Umfeld: Fragt eure Eltern oder Freunde, ob Ihnen aufgefallen ist, dass ihr oft Füllwörter wie "Ähm" oder andere Begriffe oft nutzt. Achtet auch selbst mal darauf, ob ihr ins Stocken kommt, wenn ihr Kommilitonen oder Kollegen etwas erzählt. Unauffälliger sind Sprachaufnahmen von euch, am besten welche, bei denen ihr frei sprecht. Zum Beispiel von euch verschickte Sprachnachrichten über WhatsApp.


Wie kann man Ähms loswerden?


  • Handlungstipp 1: Sprecht langsamer, damit eure Gedanken euren Worten gut folgen können. Dadurch seid ihr automatisch konzentrierter und entspannter beim Reden. Probiert also mal bewusst aus, langsam zu sprechen, auch wenns komisch wirkt - eure Zuhörer*Innen sind euch dankbar!

  • Handlungstipp 2: Nur eine Aussage pro Satz! Versucht auf Nebensätze zu verzichten und eine klare Botschaft rüberzubringen. Das macht es den Zuhörerinnen und Zuhörern einfach, euch zu folgen.

  • Handlungstipp 3: Legt nach einem Satz eine kleine Atempause ein! Vor allem in Vorträgen und beim Präsentieren nimmt das den Stress raus.

  • Handlungstipp 4: Beim Satzende mit der Stimme nach unten gehen! Wenn man mit der Stimme oben bleibt, denkt man unterbewusst selbst, dass noch ein Gedanke nachgeschoben werden muss - obwohl man vielleicht gar nichts mehr sagen wollte.

  • Handlungstipp 5: Man kann dem Kopf dabei helfen, die Gedanken besser zu strukturieren, indem man unterstützende Gesten macht. Dadurch mindert man das Risiko den Faden zu verlieren und ein „Ääähm“ zwischen zwei Sinnabschnitten einschieben zu müssen.

Zu guter letzt:

Macht euch nicht zu viel Stress, eure Ähms loszuwerden.

Es ist schwer den eigenen Sprachusus zu ändern!

Ihr habt noch Ideen, wie man Ähms und Co. loswerden kann? Dann schreibt uns gern über hi@meine-rede-wert.de oder kommentiert diesen Artikel. Wir sind gespannt!




Alles noch einmal nachhören?


Unsere Podcast-Folge zum Thema gibt es hier zum Nachhören


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