MEINE REDE WERT

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Im MRW-Blog findest du unsere Themen  rund um Rhetorik, Präsentation und Körpersprache zum Nachlesen.

Richtig vorbereiten fürs Vorstellungsgespräch.


Bei dir steht ein Bewerbungsgespräch an und du hast keine Ahnung, wie du dich am besten dafür wappnen kannst? Keine Sorge, wir haben da mal was vorbereitet.





Personaler: "Frau Landesvatter, warum wollen Sie denn ausgerechnet bei uns anfangen?"

Ich: "Meine Mutter hat mir zu der Stelle geraten. Und ich finde gut, dass hier international gearbeitet wird."

Personaler: "Ja aber dann hätten Sie ja auch bei xy anfangen können oder nicht?"

Ich: "Das stimmt - aber die Bahnverbindung von mir daheim aus hierher ist besser."


Der kurze Dialog aus den Anfängen meiner Berufslaufbahn lässt es vermuten: Ich war früher nicht wirklich gut auf Bewerbungsgespräche vorbereitet. Klar, ich habe immer ein nettes Blüsschen getragen, habe über Unternehmensdaten schwadroniert und wo ich mich in 5 Jahren sehe. Aber mich tatsächlich mit der Stelle auseinander gesetzt, habe ich oft nicht. Wenn dann eine Frage kam, auf die ich keine Antwort parat hatte, herrschte in meinem Kopf Chaos. Ich verlor dann oft komplett den Faden und von der Vorzeigebewerberin war plötzlich nicht mehr viel übrig. Vorbereitung kann dieser Art des Blackouts entgegenwirken - hier erfährst du ein paar wichtige Infos für die inhaltliche Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch.

Die Recherche

Recherche heißt nicht nur, dass du die Anzahl der Mitarbeiter kennst und alle Namen der Vorstandsmitglieder. Viel wichtiger ist, dass du nachforschst, was du interessant findest – ist das Unternehmen mit einer Kampagne in den Medien aufgetaucht, hat es Innovationen hervorgebracht oder läuft ein spannendes Projekt? Gibt es jemanden im Unternehmen, den du gern kennen lernen möchtest? Hast du mal mit was Ähnlichem zu tun gehabt und kannst dazu was erzählen? Deine Recherche bietet dir die Möglichkeit, Themen im Bewerbungsgespräch anzusprechen, die du aufrichtig spannend findest und das wird man spüren. Außerdem fällt es dir mit einer breiten Basis leichter, dich selbst und deine Fähigkeiten mit dem Job in Verbindung zu bringen, für den du dich bewirbst. Schließlich reflektieren deine Interessensgebiete auch deine Erfahrungen.


Suche in deiner Recherche nach Themen, die du selbst spannend findest!


Stellen Sie sich doch mal vor!


Eine Aufforderung, auf die man im Bewerbungsgespräch wetten kann und die noch dazu eine ideale Möglichkeit bietet, sicher ins Gespräch zu einzusteigen. Das Beste: Die eigene Vorstellung lässt sich ideal vorzubereiten! Wie in einer guten Reportage startet man am besten mit einem spannenden Fakt, der die Aufmerksamkeit des Zuhörers schnell einfängt. Hast du zum Beispiel ein spannendes Praktikum gemacht, das für die potentielle Stelle relevant ist? Hast du eine Weile im Ausland gelebt und hier einmalige Erfahrungen gemacht? Verfolgst du ein besonderes Hobby? Versuche nicht bloß eine dein CV nach zu erzählen, sondern starte mit einem spannenden Aspekt aus deinem Leben oder Errungenschaften, die du hervorheben möchtest. Die Begeisterung, die du für solche Aspekte aus deinem Leben hast, wird spürbar sein. Wichtig dabei: Versuch dich kurz zu fassen und auf nicht mehr als 4-5 wichtige Fakten einzugehen. Am besten übst du das Ganze vorm Spiegel. Auch wenn du dir beim lauten Aufsagen komisch vorkommst – du kannst so nervösmachenden Verhasplern vorbeugen und hast einen entspannten Gesprächseinstieg!

Überlege dir für deine Vorstellung spannende Aspekte zu deiner Person und spreche sie durch!



Fragen zur eigenen Person


Neben der Selbstvorstellung gibt es auch andere Fragen zur eigenen Person, auf die man sich einstellen muss. Personaler nutzen oft konkrete Beispiele aus dem Unternehmensalltag um etwas zur Persönlichkeit des Bewerbers in Erfahrung  zu bringen à la "Welche Ihrer Eigenschaften würden Ihnen beim Lösen der Aufgabe xy helfen?" Zur Beantwortung solcher Fragen ist es von Vorteil, ein klares Bewusstsein für die eigenen Stärken zu haben. Nimm dir also im Vorfeld Zeit, darüber nachzudenken, was du gut kannst und was dir Spaß macht. Schau dir deinen Lebenslauf an und überlege, welche Fertigkeiten du in den einzelnen Stationen erlangt hast und welche Charaktereigenschaften bisher von Vorteil für dich waren. Bringe deine Stärken immer in Verbindung mit einem konkreten Beispiel. So kann sich dein Zuhörer leichter ein Bild von dir machen und du bleibst im Gedächtnis. Zum Beispiel: Anstatt zu sagen "Ich bin flexibel." erkläre, wo Flexibilität von dir abgefordert wurde. Beispielsweise im Rahmen eines Dualen Studiums, das mit vielen Orts- oder Abteilungswechseln verbunden war. So fällt es dir außerdem leichter, im Vergleich zu anderen hervorzustechen, was auch für die Frage "Warum sollten wir uns gerade für Sie entscheiden?" von Vorteil sein kann. Wenn du Schwierigkeiten dabei hast, deine Stärken ausfindig zu machen, hake einfach mal bei deiner Familie oder Freunden nach. Neben deinen, sind die Stärken des Unternehmens wichtig, bei dem du dich bewirbst. Mit Sicherheit kommt die Frage auf, warum du dich ausgerechnet dort bewirbst oder auf diese Stelle. Nutze deine Rechercheerkenntnisse, um dafür eine sichere Antwort parat zu haben – wenn du diese mit deinen eigenen Stärken in Verbindung bringen kannst, ist das noch besser!


Werde dir über deine Stärken klar und belege sie immer mit konkreten Beispielen!


Dein Mindset


Klar steigt mit der Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch auch die Nervosität. Das ist normal und lässt sich nicht vermeiden. Versuch dir aber während dieser Phase immer wieder bewusst zu machen, dass das Gespräch dem gegenseitigen Kennenlernen dient und nicht einer Vorführung deiner Person. Und sollte das es - trotz deiner guten Vorbereitung - mies laufen, steif und unlocker sein, dann ist es höchstwahrscheinlich kein Unternehmen, bei dem du dich wohlfühlst.




Die wichtigsten Punkte:

  • Suche in deiner Recherche nach Themen, die du selbst spannend findest

  • Überlege dir für deine Vorstellung spannende Aspekte zu deiner Person und spreche sie durch!

  • Werde dir über deine Stärken klar und belege sie immer mit konkreten Beispielen


Und was fehlt noch? Outfit, Anfahrt, Tag des Gesprächs. Um zu erfahren, was es neben der inhaltlichen Vorbereitung für ein Bewerbungsgespräch sonst noch im Kopf zu behalten gibt, findet ihr in unserem Artikel dazu!

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